Wenn Funktionieren zur Blockade wird

Viele von uns haben früh gelernt, sich anzupassen. Ein Stück weit gehört das dazu. Wer mit anderen klarkommen will, muss wahrnehmen, was im Umfeld gebraucht wird. Wir lernen zu funktionieren.

Bei manchen wird daraus mehr. Die Anpassung wird zur Hauptrichtung. Man richtet sich stärker nach dem, was andere brauchen oder erwarten als nach dem, was man selbst gerade fühlt. Irgendwann verschwimmt, wo das eigene Empfinden aufhört, und die Anpassung beginnt.

Du bist zuverlässig. Erledigst, was ansteht. Andere können sich auf dich verlassen. Und irgendwo dazwischen hast du aufgehört, dich selbst zu fragen, wie es dir eigentlich geht.

Das ist keine Schwäche. Anpassung hat früh dafür gesorgt, dass du dazugehörst, dass Konflikte ausbleiben, dass du als verlässlich giltst. Genau deshalb hat sich dieses Muster so lange gehalten.

Die Frage ist nicht, wie du dieses Funktionieren wegbekommst. Sondern erst einmal zu erkennen, dass du in diesem Modus steckst. Dass du dich eher nach anderen ausrichtest als nach dir selbst. Erst wenn das sichtbar wird, kannst du etwas an deinem Verhalten verändern.

Du musst nicht sofort wissen, was als Nächstes kommt. Es reicht, wenn du dir erlaubst wahrzunehmen, was gerade in dir los ist. Auch wenn es am Anfang unbequem ist und zunächst keine Lösung bringt, sondern eher Verunsicherung stiftet.

Was darf bei dir langsam in Bewegung kommen, wenn du es dir erlaubst?

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