Wir kommunizieren ständig miteinander. Ob verbal oder ohne Worte. Und trotzdem entstehen immer wieder Missverständnisse. Nicht aus Böswilligkeit. Sondern weil manche diesen Fehler machen, den sie währenddessen kaum bemerken, da er für viele so selbstverständlich ist.
Wir gehen mit einer vorgefertigten Meinung in ein Gespräch und glauben zu wissen, was der andere denkt, fühlt oder tun wird. Manchmal haben wir bereits einen Ablauf davon im Kopf, wie eine Unterhaltung verlaufen könnte, und gehen genau mit dieser Haltung hinein, die uns dann unterbewusst lenkt.
Das ist eine automatische Reaktion des Gehirns. Es arbeitet mit dem, was bereits bekannt ist. Mit Erfahrungen, Mustern und Wiederholungen. Das Gehirn greift auf das zurück, was es kennt. Erfahrungen mit bestimmten Menschen werden auf andere übertragen. Aus einem einzelnen Erlebnis wird ein Muster. Doch dieses vermeintliche Wissen entspricht nicht der Realität. Es ist eine Projektion. Eine Version davon, wie etwas ablaufen könnte, basierend auf dem eigenen Innenleben.
Vielleicht kennst du das. Eine Situation, in der du glaubst zu wissen, wie ein Gespräch verlaufen wird. Und deshalb erst gar nicht fragst. Was dabei verloren geht, ist der wahre Kontakt. Man agiert nicht mit dem Menschen, der vor einem ist, sondern mit einer Version aus der Vergangenheit, oder mit jemand anderem, den man mit ihm gleichsetzt.
Der Weg aus diesem Muster beginnt damit, offen in ein Gespräch zu gehen. Ohne zu glauben, die Antworten schon vorher zu kennen. Mit echtem Interesse. Zuhören, um zu verstehen, was in dem anderen vorgeht. Nicht nur, um zu antworten.
Niemand kann hinter die Stirn des anderen schauen. Was du dort vermutest, sagt meistens mehr über dich aus als über den anderen. Wer das anerkennt, verändert die Art, wie er mit Menschen spricht, und damit auch, wie er gehört wird. Das ist der Beginn echter Kommunikation.