Wieder bei sich selbst ankommen

Es gibt Phasen im Leben, in denen man nach außen hin alles richtig macht. Man funktioniert, erledigt was ansteht, ist für andere da. Und trotzdem ist da dieser Gedanke, der sich nicht wegschieben lässt: Das bin alles gar nicht ich.

Das ist kein Gedanke, den man sich bewusst aussucht. Er taucht einfach auf. Mitten im Alltag, in einem Gespräch, in einem ganz normalen Moment. Und er zeigt, dass sich innerlich bereits etwas verändert hat.

In solchen Phasen gibt es keine universelle Lösung. Kein schnelles Rezept, das wieder alles in Ordnung bringt. Was es braucht, ist etwas anderes: innehalten. Und fühlen, was man braucht, um sich wieder vollständig zu fühlen.

Das klingt einfacher als es ist. Denn viele Menschen haben verlernt, bei sich selbst zu sein. Man hat sich so lange an dem orientiert, was andere erwarten – die Familie, der Arbeitgeber, die Gesellschaft – dass die eigene Wahrnehmung irgendwann in den Hintergrund gerückt ist.

Selbstwahrnehmung ist deshalb in solchen Momenten der erste Schritt. Nicht um sofort Antworten zu haben. Sondern um wieder wahrzunehmen, wer man ist – und was eigentlich nur Anpassung darstellt.

Wieder bei sich selbst ankommen braucht Zeit. Es ist kein Moment, sondern ein Prozess. Und dieser Prozess verdient einen Rahmen, in dem er sich entfalten kann.

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