Lange dachte ich, Harmonie sei das Drumherum. Ein gemütliches Zuhause, ein lecker duftender Tee, meine Lieblingsdecke und ein bisschen Ruhe. Kleinigkeiten, die viel ausmachen können.
Und ja, das alles tut mir gut. Doch es schafft höchstens die Rahmenbedingungen, mehr nicht.
Wenn ich zurückschaue, sehe ich, wie viel ich mir noch vor ein paar Jahren zugemutet habe. Noch dies, noch das, noch jenes. Immer weiter, immer mehr.
Dabei braucht alles seine Zeit. Wenn ich mich hetze und alles auf einmal will, geht meine Harmonie als Erstes verloren. Also lasse ich mir mittlerweile Zeit. Ich mache eins nach dem anderen, gönne mir Pausen und fange früh genug an, statt alles auf den letzten Drücker zu machen.
Außerdem habe ich lange gedacht, Harmonie bedeute unter anderem, für andere da zu sein. Ich fühlte mich verantwortlich dafür, dass es allen um mich herum gut geht. Fast zwanghaft habe ich meine Hilfe angeboten, die auch gern angenommen wurde. Ich hatte immer dieses Treiben in mir, den Tisch mitzudecken, wieder abzuräumen, irgendwo mit anzupacken. Selbst als Gast kam ich nie zur Ruhe. Und während ich für die Harmonie der anderen sorgte, vergaß ich meine eigene.
Heute weiß ich, dass ich nicht für alle sorgen muss.
Harmonie entsteht in mir. Wenn ich mich stressen lasse, bin ich gestresst. Wenn ich mir zu viel auflade, habe ich zu viel zu tun. Das hat nichts mit dem Außen zu tun, sondern mit mir.
Sobald ich mich entscheide, bei mir zu bleiben, verändert sich alles. Ich muss nicht jede Einladung annehmen. Ich darf absagen, wenn mir alles zu viel ist. Ich darf Grenzen setzen und auf mich hören.
Und genau dann entsteht Harmonie. Dann, wenn ich mit mir selbst im Einklang bin.
Das Einzige, was ich im Außen machen kann, ist, Grenzen zu setzen. Alles andere entsteht in mir.