Wenn man aufhört, es allen recht zu machen

In vielen Gesprächen zeigt sich ein ähnliches Muster. Man weiß irgendwann nicht mehr genau, wer man eigentlich Selbst ist. Man hat sich so lange angepasst – zu sehr angepasst – dass man sich dabei Selbst aus den Augen verloren hat.

Das entwickelt sich über Jahre, manchmal Jahrzehnte. Man übernimmt Rollen, passt sich an, erfüllt Erwartungen. Und irgendwann ist das so selbstverständlich geworden, dass man ganz vergessen hat, wer man eigentlich Selbst ist.

In dem Moment, in dem das sichtbar wird, bemerkt man erst, wie fremd man sich Selbst geworden ist. Gleichzeitig ist es der Beginn von etwas Neuem.

Denn erst wenn man erkennt, dass man sich zu sehr angepasst hat – um dazuzugehören, um Konflikte zu umgehen, um zu genügen – erst dann wird eine Veränderung möglich.

Die alten Rollen loszulassen bedeutet etwas anderes, als alles hinter sich zu lassen. Es bedeutet, sich bewusst zu werden: Was davon bin ich wirklich – und was ist eigentlich das, was andere von mir erwartet haben?

Das ist der eigentliche Beginn eines eigenen Weges.

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